Historie des dornumer Wasserschlosses "Norderburg"

Die Norderburg ist ein Wasserschloss, eine von drei Häuptlingsburgen in Dornum, deren Entstehung ins 14. Jh. zurückreicht.

Im Zuge der so genannten Sächsischen Fehde wurden alle drei Burgen 1514 zerstört. Ein Vorläuferbau der heutigen Burg entstand 1534 auf der zerstörten Norderburg. 1556 ging die Burg in den Besitz der Familie von Closter über, bei der sie bis ins 18. Jh. verblieb. Haro Joachim von Closter baute zwischen 1698 und 1707 die Burg zu einem niederländischen Barockschloss mit Park aus. Das Torhaus von 1698 erhielt 1707 seinen 30 Meter hohen Turm. 1721 brannte der Nordflügel ab und wurde danach neu errichtet.

Bis in die zweite Hälfte des 20. Jh. wechselten Besitzer und Nutzung mehrfach (private Mittelschule, Ostfr. Bauernhochschule, während des Nationalsozialismus Führerschule der SA, Staatsbesitz ab 1942). Nach dem Zweiten Weltkrieg gelangte das Gebäude in niedersächsischen Landesbesitz. Die Nutzung ab 1951 erfolgte wieder als private Mittelschule, ab 1956 als öffentliche Schule.

Durch das Torhaus führt die Schlossstraße auf den Platz der Vorburg. Dort mündet auch die Schlossallee. Eingerahmt ist der Platz von Gebäuden, die vormals Wirtschaftsgebäude und Marstall waren. Vom Platz der Vorburg führt eine hölzerne Brücke über den das Schloss umgebenden Wassergraben zum Eingangstor. Den Giebel des Portals ziert in seinem Mittelpunkt eine Abbildung der griechischen Göttin der Weisheit und Kriegskunst, Pallas Athene. Über einen fast quadratischen Innenhof (ca. 13 mal 13 m) gelangt man in das Foyer des ebenso quadratischen Hauptgebäudes (ca. 31 x 31 m).
Prunkstück im Inneren des Schlosses ist der Rittersaal, ein zweistöckiger Raum mit einer umlaufenden Galerie und einem barocken Deckengemälde, das Demeter (die Göttin der Fruchtbarkeit und der Erde) darstellt.

Für die Kunsttage Dornum wird ein beträchtlicher Teil des Hauptschlosses alljährlich
zu einem reizvollen Ausstellungsort umgestaltet.